Nach drei Monaten wurden die Pakete in mehreren Lieferungen überbracht. Der Begriff, die Ware ist auf Lager, scheint wohl eher zu bedeuten, jetzt beginnt die Produktion. Aber egal, die Ware war gut verpackt, jedoch erhält man schnell den Eindruck einen Legobaukasten erworben zu haben, zu dessen Fertigstellung man dutzende, nicht im Lieferumfang enthaltende Dinge benötigt. Notausschalter, Verteilerkasten, Klemmen, Verdrahtungsmaterial, Schrauben? ...Fehlanzeige. War aber auch so auf der Homepage abgebildet. Also zum nächsten Schritt Dachdecker anfragen und einen Termin vereinbaren. Weiteres Kleinmaterial ist notwendig, um die Aufsparrenhalterung zu befestigen. Wer laut Angabe den Mast exakt lotrecht auf seinem Dach installieren möchte, sollte auf die Dreipunkt Schwingungsdämpfer verzichten und lieber durch Einstellschrauben mit ausreichend Justiermöglichkeiten zurückgreifen. Ist der Mast nicht gerade, funktioniert nichts. Dabei gleichen die Schwingungsdämpfer einer Matratze, auf der man ein Tablett Getränke serviert. Nachdem die Grundvorraussetzungen geschaffen waren, konnte ich als Elektriker endlich ans Werk gehen. Der Begiff "Made in Germany" bezieht sich wohl eher auf den Firmensitz in Hannover, der Gondel und den Rotorblättern. Alles andere wird importiert und ist als Artikel mindestens zum halben Preis erhältlich. Nachdem alle Teile sorgfältig und natürlich immer nach Vorgabe der Bedienungsanleitung installiert wurden, Dokumentation nicht vergessen, kam der Probelauf. Die Sturmbremse funktioniert sehr gut. Allerdings stellt sich schnell die Frage, wieviel Strom denn allein für den Betrieb der Anlage benötigt wird. Also Messgerät anschliessen und siehe da 9,4 Wh! Das ist nicht wenig und muss erst einmal wieder erwirtschaftet werden, bevor man überhaupt an Gewinn denken kann. Nach Tagen der Windstille wird endlich Wind angekündigt und der Fahnenmast nebst Flagge biegen, kündigen reiche Beute an. Aber was ist das? Anscheinend benötigt der Zweiflügler mehr Wind als man denkt, um überhaupt anzulaufen. Falls sich dann doch der Flügel dreht, heisst es lange noch nicht, das damit auch Strom erzeugt wird. Erst über 22 Volt erzeugter Energie ist an Einspeisung zu denken. Aber diesen Ort giebt es wohl nur an der Küste, oder in einer Höhe von mindestens 20 Metern. Mittlerweile gleicht unser Grundstück einem Wallfahrtsort, denn das Interesse an Windkraft scheint größer zu sein als gedacht. Um sich nicht gänzlich zu blamieren, speise ich das Windrad mit einem Ladegerät ein, damit sich die Flügel wenigstens ab und zu drehen.
Fazit: Wer nicht auf freier Fläche, besser noch auf einer Anhöhe wohnt, kann sich das ganze schenken und lieber 3000,00 Euro für steigende Energiekosten bei Seite legen.