Discover Airlines
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Discover Airline: archaisches Geschäftsmodell
Discover Airline ist ein Symptom für den Niedergang Deutschlands. Zunächst einmal bucht man bei Lufthansa und liest dann später klein gedruckt, dass der Flug von Discover durchgeführt wird. Natürlich werden dann kurz vor Abflug die eigentlich im Ticketpreis enthaltenen Sitzplätze geändert und man kann online nicht darauf zugreifen. Man befindet sich in Frankfurt am Main. Das Gepäck zwei Kilo zu schwer. Also automatischer Check-In nicht möglich, man muss am Schalter anstehen. Circa 50 Minuten vor Boarding, eine Riesenschlange und EIN geöffneter Schalter plus Priority Check-In. Die Schlange bewegt sich nur langsam vorwärts, so dass ein Verpassen des Fluges droht. Immerhin gibt es hier eine Person, die mitdenkt. Halleluja. Für diejenigen, die gefährdet sind, den Flug zu verpassen, wird schnell noch ein Schalter eröffnet. Soweit so gut. Im Boarding- Bereich angekommen, stellt sich heraus, dass sich Discover den Flugsteig mit der Lufthansa teilt. Und die Lufthansa hat natürlich Priorität und lässt zunächst einmal ihre Leute boarden. Also verzögert sich das Ganze wieder um 20 Minuten - aber das kennt man ja von der Lufthansa schon, dass sie fast nie pünktlich sind. Dann werden schnell sämtliche Passagiere in zwei Busse gepfercht und vor dem Flugzeug abgestellt. Der Flieger ist nämlich noch gar nicht aufgetankt! Und es ist Discover im 21. Jahrhundert offensichtlich nicht möglich, eine Kommunikation herzustellen zwischen dem Personal, welches den Flieger bedient und dem Personal, welches für das Boarding zuständig ist. Oder aber: es ist so gewollt! Hauptsache Boardingbereich freigeräumt. Wenn man in diesem Land die Bahn oder eine Luftlinie benutzt, hat man in dem Moment, in dem man sich in deren Hände begibt, seine Menschenrechte verloren und auch seine Menschenwürde. Keinerlei Infos, man hat zu warten, egal wie und wo. Der Fahrer des Viehtransporters hat immerhin ein Herz, nach nur etwa 10 Minuten unter heißer Sonne schaltet er tatsächlich die Klimaanlage ein. Und später öffnet er sogar die Türen, während das Flugzeug weiter betankt wird. Wir dürfen nicht aussteigen, aber immerhin haben wir Luft. Das sind Zustände, an die man sich gewöhnen muss. Wir sinken mit unserem Niveau immer weiter ab auf das Level von Dritte-Welt-Ländern. Die aufstrebenden Länder in Asien sind schon lange an uns vorbeigezogen. So etwas habe ich dort als Passagier nie erlebt. Mir ist das einmal bei Ryanair passiert. Seitdem fliege ich nicht mehr mit denen. Ich werde auch mit Discover nicht mehr fliegen. Ich zahle lieber mehr Geld, um wie ein Mensch behandelt zu werden und nicht wie ein Stück Vieh. Aber wenn irgend möglich gebe ich mein Geld nicht an Lufthansa, die ich in Coronazeiten mit meinem Steuergeld gestützt habe. Leider haben sich aber so viele schon an diese Zustände bei uns gewöhnt, dass die Fluglinien damit durchkommen. Die Dividenden der Aktionäre und die Boni der Vorstände sind somit nicht gefährdet. Hier lernt man in aller unverblümten Klarheit die Mentalität von Discover kennen: wenn ihr so dumm seid, bei uns günstiger zu buchen, dann betrachten wir euch als Transportvieh.