Aroundhome
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Als Neugründer unterschrieben
Als Neugründer unterschrieben, im Nachhinein ein teurer Fehler. Die vermittelten Anfragen betrafen durchweg Projekte zur Umsetzung im kommenden Jahr. Für einen etablierten Betrieb mit gefüllter Pipeline mag das passen. Für einen Ein-Mann-Betrieb im ersten Geschäftsjahr, der Aufträge für die laufende Heizperiode braucht, entsteht daraus kein Umsatz — die Kosten laufen trotzdem weiter. Hinzu kommt die Qualität der Anfragen. „Qualifiziert" bedeutet nach den Vertragsbedingungen lediglich, dass jemand online gesucht, ein Formular ausgefüllt und der Kontaktaufnahme zugestimmt hat. Über eine tatsächliche Kaufabsicht sagt das nichts. In der Praxis sind darunter Interessenten, die sich noch gar nicht sicher sind, ob sie überhaupt bauen wollen, und solche, die erkennbar nur Vergleichsangebote sammeln. Jede dieser Anfragen bedeutet Telefonate, eine Besichtigung vor Ort und eine Angebotskalkulation — gut zwei Stunden unbezahlte Arbeitszeit, die zusätzlich zu den Anfragekosten anfällt. Bei zwei Anfragen pro Woche sind das vier Stunden, die dem Betrieb an anderer Stelle fehlen. Auf der Website wird damit geworben, dass sich Menge und Regionen jederzeit über das Cockpit anpassen lassen und die Verträge sehr flexibel seien. Im Cockpit selbst lässt sich die wöchentliche Anfragenmenge jedoch nicht unter zwei absenken — das System blockiert die Eingabe mit dem Hinweis, mindestens zwei Anfragen pro Woche seien erforderlich. Eine Reduzierung nach unten ist damit faktisch ausgeschlossen. Die beworbene Flexibilität gilt offenbar nur in eine Richtung. Dass man die gewählte Anfragenmenge verbindlich abnehmen muss, steht nicht im Auftragsformular, sondern in den AGB. Die beworbene Pausenfunktion kann laut FAQ abgelehnt werden, unter anderem während des Kündigungsprozesses. Beides erfährt man genau dann, wenn man es braucht. Die Kündigungsbestätigung enthielt den Hinweis, einer sofortigen Beendigung könne man nicht entsprechen — ohne jedes Gegenangebot. Keine Reduzierung, keine Pause, nichts. Rechtlich ist an dem Vertrag nichts zu beanstanden — und genau das ist der Punkt. Das Modell trägt sich für Aroundhome in jedem Fall, für den Partner nur dann, wenn die Anfragen zum Betrieb passen. Wer gerade gründet, sollte das sehr genau rechnen. Aus meiner Sicht ist das Modell darauf ausgelegt, dass der Partner das volle Risiko trägt: Bezahlt wird jede Anfrage, unabhängig vom Ergebnis, die Menge lässt sich nach unten nicht reduzieren, und wer kündigt, zahlt noch einen vollen Monat weiter. Das ist rechtlich zulässig, aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt.