Vergeudete Zeit
An sich waren die Mitarbeiter nett und halfen schnell. Wenn es aber um unangenehme Fragen ging, wurde dies übertrieben weggelächelt. Wir hatten alle paar Wochen die Kursleitung im eCampus da, die uns alles erklärte. Kritik wurde aufgenommen, aber dem Tonfall nach zu urteilen wird sich nichts ändern. Es gibt am Standort Einzelplätze mit Trennwände, wie in einem Callcenter, man hat Headsets. Der Unterricht erfolgt in einem E-Campus. Alles ist digital, einige Unterlagen sind fehlerhaft. Man erhält E-Books und Material vom Dozenten, die man sich dann zum Beispiel auf einen Stick abspeichert, oder ausdruckt. Leider befindet sich nicht in jedem Raum ein Drucker. 1 einfacher Drucker stand den Teilnehmern aus 3 Räumen, mit bis zu 12 Plätzen zur Verfügung. Ich war die Einzige, aus meinem Kurs, an dem Standort. Da die anderen im Raum unterschiedliche Kurse, Pausen etc. hatten, kam man nicht ins Gespräch. Es ist teilweise sehr laut. Ich konnte mich oft nicht konzentrieren und Aufgaben nicht erledigen, weil man sich laut unterhielt, laut telefonierte etc. (Auch während einer Prüfung) Eine Teilnehmerin hat Filme geschaut. Eine Mitarbeiterin informierte ich über die Lautstärke und die Antwort war wieder übertrieben lächelnd: Wenn sie reinkommt ist es immer ruhig. Man lernt die Theorie der Finanzbuchhaltung mit Jahresabschluss innerhalb von 9-10 Wochen. Das ist ein unglaubliches Pensum. Ich war in einem Teilzeitkurs. Es war so viel, dass einige von uns bis abends lernten. Teilweise zusätzlich 3-4 Stunden, um hinterher zu kommen und trotzdem hatte man massive Probleme. An dem Standort soll noch keiner durch eine Prüfung gefallen sein. Offiziell soll man es allein versuchen. Zum Glück darf man aber seine Unterlagen, die Bücher etc. benutzen. Die ersten 3 Bausteinprüfungen waren sehr sportlich. Sehr viele Fragen, das nahm viel Zeit in Anspruch und bei vielen hat die Zeit kaum gereicht. Bei den Prüfungen für Datev und Lexware war es angenehmer. Die von Datev war bei uns sehr einfach. Die Zeit passte und es waren nicht so viele Fragen. Bei SAP hat man 60 Aufgaben und 60 Minuten Zeit, man wird über die Kamera kontrolliert und darf auch keine Unterlagen verwenden. Das ist nicht ohne. Die erste Dozentin hat Übungstest gemacht, sonst hätte es für einige von uns richtig schlecht ausgesehen. Zumal die Fragen in der Prüfung teilweise seltsam gestellt waren. Unsere zweite Dozentin kam jeden Tag einige Minuten später und überzog oft die Zeit, selbst die Pausen. Dafür wurden 10 Minuten vor Schluss noch neue Dinge angefangen und meistens überzogen. Sie war an sich freundlich, sie hat aber manchmal genervt ausgeatmet. Da wusste man dann bescheid. Man erwartete bei der Thematik Lexware und Datev, dass man alles konnte. Dabei ist die Kontierung nicht einfach. Selbst nach den vielen Übungen, macht man noch Fehler. Die erste Dozentin, welche die Theorie mit uns durcharbeitete meinte, dass man nach der Schulung definitiv eine gründliche Einarbeitung benötigt, weil die Zeit einfach zu kurz ist. Daher verstehe ich auch die Praxiswerkstatt absolut nicht. Eine Art Rollenspiel, wo man tut als wäre man angestellt. Für mich vergeudete Zeit. Wochen lang Theorie und plötzlich soll man Praxis machen, ohne das man es gezeigt bekommt. Man bekommt Aufgaben mit Abgabetermin. Die 3,5 Monate davor haben wir SKR04 verwendet und plötzlich sollen wir SKR03 verwenden. Stundenzettel müssen ausgefüllt werden. Reicht ja nicht, dass man sich beim Standort mit einem Chip an und abmeldet und die Anwesenheit zusätzlich im eCampus erfasst wird. Nein, wegen dem Rollenspiel zusätzlich in Excel. (Hier noch eine Anmerkung: Einige müssen sich richtig mit Chip einloggen, so wie ich es tun musste. Andere wieder nicht. Dann gab es etliche Vollzeitteilnehmer die gingen, wann sie wollten und haben das System im eCampus ausgetrickst, um trotzdem auf die Stunden zu kommen) Vorher hatte man eine individuelle Lernzeitphase, dann eine feste Arbeitszeit bis 13:50 Uhr. (Blöd, wenn man sein Kind früher aus der Kita abholen muss und das vorher anders abgesprochen war) Dann der nächste Punkt. Bei den ersten Aufgaben erhielt man noch Lösungen. Danach nicht mehr. Andere Teilnehmer kann man fragen, aber die sogenannte Abteilungsleiterin nur im Ausnahmefall, was ich etwas schräg finde, immerhin befindet man sich noch IMMER in einer Schulung und es wird dafür bezahlt! Das ist für mich wirklich sinnfrei. Klar ausprobieren ist wichtig, aber das ist nicht zielführend. Mein Fazit. Ich fühle mich absolut nicht bereit als Finanzbuchhalterin zu arbeiten und würde an solch einem Kurs nie wieder teilnehmen.